„Schwarze, große Hunde sind gefährlich, unberechenbar und sowieso nicht vermittelbar, wenn sie einmal im Tierheim gelandet sind.“ Wie oft habe ich solche Vorurteile schon gehört, wie oft habe ich mir den Kopf darüber zerbrochen, wie bescheuert man sein muss, um zu glauben, dass die Fellfarbe einen Einfluss auf den Charakter eines Hundes hat, wie oft habe ich Bilder von Traumhunden gesehen, die in den Tierheimen vergeblich auf das große Glück warten – und dann gibt es natürlich noch die Adoptanten des TSV Arca. In den sechs Jahren, in denen ich jetzt selbst stolze Besitzerin von zwei Andalusiern bin, und in denen ich die Vermittlungstexte für inzwischen mehr als 3000 Hunde geschrieben habe, habe ich viele Wunder gesehen. Da fanden sich Menschen für blinde und taube Vierbeiner, für graue Schnauzen, die ihre letzten Monate noch auf einer Couch verbringen durften, endlich geliebt, und es gab ganz viele Leute, die schwarze, große Hunde in ihr Leben geholt haben, und die bis heute lustige Fotos schicken, wie sie den Alltag mit ihrem „Monster“ in vollen Zügen genießen.Nun, unser Homer ist schwarz, er ist mit 25kg und ca. 50cm Schulterhöhe kein Riese, aber eben so groß, wie ein Labrador eben ist, und sonst? Hm, sonst ist Homer ein Herzensbrecher, der von den Freiwilligen, die in Huelva mit den Tieren von Puntanimals spazieren gehen, als „zauberhaft“, „gelassen“, „immer abrufbar“ und „extrem verschmust“ beschrieben wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass dazu noch eine beeindruckende Affinität zu Keksen kommt, denn Homers Labradorgene, mögen sie auch nicht 100%ig sein, sind schon sehr dominant.Homers Geschichte mit Puntanimals begann vor eineinhalb Jahren, als er im Hochsommer abgemagert und sehr traurig in der prallen Sonne Spaniens nach Futter und Wasser suchte. Auf seiner Flucht vor der Hitze und dem heißen Asphalt geriet Homer in ein Einkaufszentrum, wo er glücklicherweise auf eine freundliche Dame traf, die ihm nicht nur Wasser gab und ihr Mittagessen mit dem netten Rüden teilte, sondern ihn auch zu unseren Partnern ins Tierheim brachte. Seit diesem Tag hat Homer viele neue Freunde gefunden, er hat mit den Kindern der freiwilligen Helfer getobt, er versteht sich blendend mit den anderen Hunden, er liebt die Ehrenamtlichen, die sich jeden Tag um ihn kümmern, er geht vorbildlich an der Leine, tröstet Neuankömmlinge – und trotzdem will ihn niemand adoptieren. Viele seiner Kumpels hat er schon gehen sehen, sein Blick schweift dann immer in die Ferne, als würde er sich fragen, wo die glücklichen Auserwählten wohl hingehen, wenn die fröhlichen Menschen sie lachend abholen, mit ihnen in ein Auto steigen und nie wiederkommen.
Möchten Sie es ihm vielleicht zeigen, was auf einen Tierheimhund wartet, wenn er die Welt der Gitter und Zäune, der einsamen Nächte und des dauernden Wartens auf ein klein bisschen Zuneigung hinter sich lässt? Unser dreijähriger (Stand 03/2019) „Monsterchen“ hat es wirklich verdient, eine Familie zu finden, die ihm genau erklärt, was er für ein toller Hund ist – immer und immer wieder!