Gordo ist nach 88630 Pfullendorf gezogen. Alles Gute, Gordo. Herzlichen Dank, Frau T.
Rasse:
frz. Bulldogge
Alter:
Oktober 2017
Größe:
30 cm
Gewicht:
Befindet sich hier:
im Tierheim in Sevilla
Kontakt:
Bernd Gehrlein, b.gehrlein@tierschutzverein-arca.de
Gechipt:
ja
Geimpft:
ja
Kastriert:
ja
Verträglich mit Hunden?
ja
Verträglich mit Katzen?
nicht getestet
Für Kinder geeignet?
nicht getestet
Check auf Mittelmeer-Krankheiten:
noch kein Ergebnis

Dass ein Hund kein Spielzeug ist und kein Kind in der Lage ist, sich allein um einen Vierbeiner zu kümmern, dass kein Hund erzogen ins Haus geliefert wird und vor allem nicht einer unserer tierischen Freunde ohne unsere Hilfe behalten kann, wie man sich in der Wohnung und gegenüber Menschen richtig verhält, das alles sind Dinge, die wir immer wieder predigen. Nur deswegen gibt es nervige Fragebögen, Vorkontrollen und manchmal auch Warnungen und Geschichten von anderen Haltern, die sich in ihren Erwartungen vertan hatten. Oft werden wir gefragt, warum wir das so halten, wir sollten doch einfach froh sein, wenn ein Hund vermittelt wird. Aus den Augen, aus dem Sinn. So einfach ist es aber nicht, denn wir wollen weder, dass unsere Schützlinge leiden, noch möchten wir, dass die Tiere zu Wanderpokalen degradiert werden, x-mal den Besitzer wechseln und am Ende doch wieder im Tierheim landen.Auch unser Neuzugang Gordo ist so ein Fall, der deutlich zeigt, was passiert, wenn man unterschätzt, was das neue Familienmitglied an Aufmerksamkeit braucht und wie viel Zeit es kostet. Der niedliche Rüde, seines Zeichens reinrassige Französische Bulldogge, wurde von seinem Besitzer als Feierabendhund angeschafft. Von Gordo wurde erwartet, dass er ruhig und wohlerzogen in der Wohnung auf die Rückkehr seines Herrchens wartet, dann erst einmal fragt, ob dieser noch Lust hat, spazieren zu gehen, natürlich seine Bedürfnisse einzuhalten, bis die E-Mails gecheckt sind, und, wenn der Spaziergang dann auch kurz war, sich bei der Sportschau ruhig zu verhalten. Das kann mit einem jungen Hund nicht klappen, und mit einem alten sollte es das auch nicht – aber Welpe und Junghund, wie Gordo war, suchte er sich Beschäftigung, wenn es keine gab. Schuhe, Möbel, Bücher wurden gekaut, und wenn man nicht raus darf, dann sucht man sich eben eine Ecke, die man zur „Toilette“ erklärt. In der Folge musste Gordo aufs Dach ziehen. In Spanien haben viele Häuser umrandete Flachdächer, die zum Wäsche aufhängen genutzt werden, aber auch als Dachterrassen u.ä. Ab jetzt fristet Gordo dort sein trostloses Dasein. Keine Spielkameraden, keine Ansprache, keinen echten Schutz vor Wind und Wetter, brennende Sonne im Sommer, und hin und wieder vergaß sein Besitzer wohl ganz, dass er noch einen Hund hatte. Zum Glück sah der Herr das Problem jetzt selbst und gab Gordo in die Obhut der Arca Sevilla, wo er jetzt zum ersten Mal vierbeinige Kumpels kennenlernt (und erstaunlich gut mit ihnen klarkommt), wo er erfährt, wie es ist, wenn sich jemand mal einige Minuten Zeit zum Spielen und Streicheln nimmt und wo er (aber das ahnt er ja noch gar nicht) sicher nicht lang warten muss, um ein neues Zuhause zu finden.Gordo ist nicht ganz eineinhalb Jahre alt (Stand 01/2019), er ist neugierig, fröhlich und fast noch so verspielt wie ein Welpe – was wohl der Nachholbedarf ist. Andererseits ist er auch sehr dankbar, ausgeglichen und ruhig, mit einer faszinierenden Zärtlichkeit. Bevor Gordo sich auf den Weg zu seiner neuen Familie und seinem ersten eigenen Kuschelkörbchen machen kann, muss er noch eine kleine Operation über sich ergehen lassen, denn er hat ein sogenanntes „Cherry Eye“, einen Nickhautdrüsenvorfall. Dieser minimale Makel kann schnell behoben werden, die Meibomdrüse wird einfach wieder an ihren Platz gelegt und schlimmstenfalls hat das niedliche Fledermausohr hinterher ein wenig trockene Augen und braucht Tropfen – meist verheilt aber alles ohne Probleme.Gordo ist mehr als bereit, in ein neues Leben zu starten. Er will endlich wissen, wie es ist, ein vollwertiges und geliebtes Mitglied einer Familie zu sein. Mit seinen 16 Monaten hat Gordo noch kaum Umwelterfahrungen sammeln können, viel mehr als die Terrasse kennt er nicht. Es wird Zeit, dass sein Leben endlich die langersehnte Wendung nimmt…

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