Cher ist mit ihren 13 Monaten (Stand Juni 2018) selbst noch ein ganz junges Mädchen, trotzdem ist sie schon Mama und hat die Hölle auf Erden hinter sich. Die lustige Lockenkopf-Mischung lebte auf dem Land, angebunden an ein kurzes Seil vor einem Bauernhof. Sie hatte weder Unterstand noch Zugang zu Wasser, saß in ihren eigenen Fäkalien, und dort brachte sie auch im Mai dieses Jahres ihren Sohn Bono auf die Welt. Bei einem Spaziergang entdeckten Tierschützer das Pärchen, die entkräftete Mama mit ihrem unter diesen Umständen vermutlich dem Tod geweihten Fellbündelchen am Bauch, und sie sprachen mit dem Besitzer, um Cher und Bono zu retten. Der ziemlich aggressive Mann war uneinsichtig, aber bereit, zumindest den Welpen abzugeben, den er sowieso nur behalten hatte (wir wissen nicht, ob noch andere Babys im Wurf waren, die er – wie leider meist üblich – getötet hat), damit seine Hündin keine Mastitis entwickelte. Bono ist gerade fünf Wochen alt, und er braucht seine Mama noch, aber ganz davon abgesehen, wollten unsere Freunde auch nicht, dass Cher nun jedes Jahr wirft, ihre Babys verliert, selbst nie das Leben außerhalb ihres 1m-Radius‘ kennenlernt und weiterhin in ihren eigenen Ausscheidungen sitzen muss, während ihr Fell vermattet und sie nur darauf warten kann, ob jemand sie irgendwann füttert. Leider greift das Tierschutzgesetz in solchen Fällen in Spanien nur sehr schlecht und in solchen Situationen zeigen dann unsere Freunde vor Ort auch oft genug Eigenverantwortung, die vielleicht nicht ganz dem Gesetz (aber doch jeder Ethik und Gerechtigkeit) entspricht. Also nahm man Bono entgegen, wartete kurz ab, und befreite auch Cher… Das Interesse des Bauers zeigt sich deutlich darin, dass er bislang nicht mit der Wimper gezuckt hat oder nach seinem "Eigentum" gefragt hat, obwohl ja klar ist, wo sich Cher aufhält. Nun, für unsere beiden Lockenköpfchen gilt: Ende gut, alles gut… oder ist es nicht eigentlich erst der Anfang, den die hübschen Vierbeiner gerade erleben? Cher und Bono wohnen jetzt bei einer liebevollen Pflegefamilie, sie haben die Couch erobert, Cher bekommt das erste Mal in ihrem Leben regelmäßige Mahlzeiten, sie hat gute Milch für ihren Zwerg, der jeden Tag hübscher und neugieriger wird, und beide finden das Leben im Haus einfach nur toll.Bono ist sechs Wochen alt – er hat schon lange vergessen, wie traurig sein Leben begonnen hat, und nun widmet er sich einfach dem Projekt "Wachsen – Lernen – Kekse betteln", während Cher ihr Glück noch gar nicht recht fassen kann und den ganzen Tag ihre Dankbarkeit zeigt, der Hölle entkommen zu sein.Nun suchen wir für Mama und Sohn liebevolle Familien, die ihnen die Zukunft schenken, die sie verdient haben, und die vor allem für Cher der Anker und die Sicherheit werden, die sie bisher nie kennenlernen durfte.