Tierschutz in Spanien erfordert enorm gute Nerven, oft Geduld und die Fähigkeit, auch traurige Rückschläge zu verkraften und trotzdem weiterzumachen. Die Gesetze in Südeuropa schützen in vielen Fällen die Besitzer von misshandelten Tieren besser als die gequälten Kreaturen – entsprechend ist die Polizei nur selten eine Hilfe, wenn es um den Entzug von Vierbeinern aus schlechter Haltung geht. Unsere zuckersüße Prinzessin Mavi ist dafür ein Paradebeispiel. Als die Tierschützer der ArcoNatura das Hundebaby das erste Mal trafen, lag das damals drei Monate alte Mädchen an einem ca. 1,5m langen Seil, um sie herum lagen Essensreste, vermischt mit Mavis Fäkalien… Ein Bottich mit dreckigem Wasser war erreichbar, wenn das traurige Hundekind in Kauf nahm, sich beim Trinken mit dem engen Strick selbst zu würgen – ein Bild des Jammers. Unsere Partner wollten sich um den verzweifelten Welpen kümmern, aber Mavis Besitzer bedrohte sie massiv und befahl ihnen, sich nie wieder seinem Hund zu nähern. Das Gesetz in Spanien sagt, dass ein Hund mindestens 1,5m Bewegungsfreiheit haben muss, er muss einen Schattenplatz zum Liegen haben (ein Baum reicht da vollkommen aus, um diesen Bestand zu erfüllen) und Zugang zu Wasser haben – vonseiten des Staates hatte Mavi also keinerlei Hilfe zu erwarten. Bei gelegentlichen Kontrollbesuchen ging es dem Hundemädchen sichtlich immer schlechter, sie schlief nur, zitterte, litt unter auf dem Boden deutlich zu erkennendem Wurmbefall, und unsere Freunde litten mit Mavi. An einem verregneten Abend kamen die Tierschützer wieder vorbei und sahen Mavis kleinen durchnässten Körper zusammengerollt unter ihrem Baum liegen – und da gab es kein Halten mehr. Mavis zog vor vier Wochen in die ArcoNatura (und bisher hat ihr "Herrchen" sie noch nicht einmal vermisst gemeldet) und hat ihr bemitleidenswertes Leben damit endgültig hinter sich gelassen. Das mittlerweile vier Monate alte (Stand 11/2016) Mädchen hat schnell Freunde gefunden, Mavi hat gelernt, wie man spielt, wie man die Welt entdeckt, wie man schmust und kuschelt und ganz besonders gut hat sie gelernt, wie man Extrakekse erbettelt – nun, die kleine Lady will ja auch noch ein ganzes Stück wachsen!Mavis ist inzwischen ein gesundes, verspieltes, neugieriges Hundekind, das jetzt aber noch ein richtiges Zuhause braucht. Wir wünschen uns für die fröhliche Knutschkugel sportliche und humorvolle Menschen, die vielleicht schon etwas Erfahrung mit Schäferhunden haben sollten oder doch zumindest bereit wären, mit ihrem neuen Familienmitglied die Hundeschule zu besuchen. Mavis wartet geduldig auf die Nachricht, dass ihr Ticket ins Glück bereit liegt – wir sind allerdings der Meinung, dass so ein knuffiges Fellknäuel wie Mavi nicht allzu lange warten sollte, bevor sie endlich das Leben beginnen darf, das einem so wundervollen Wesen zusteht.