Es ist immer wieder faszinierend, Bilder von Bretonen und ihren Mischlingen zu sehen. Kaum hat man einen Blick auf das Foto geworfen, kann man sich schon das weiche, warme Fell vorstellen, dass sich seidig beim Streicheln um die Finger schmiegt und man gerät automatisch ins Träumen, wie herrlich es erst sein muss, diese ganz besondere Stelle hinter den Ohren zu liebkosen, die schon bei anderen Hunderassen jedes Herz zum Schmelzen bringt…
Estuart ist keine Ausnahme von dieser Regel und wenn er dann noch seine grünen Augen melancholisch aufschlägt (und damit deutlich zeigt, dass wohl auch ein Podenco in seiner Ahnenreihe ein Plätzchen gefunden hat), ist die Liebe auf den ersten Blick plötzlich Realität.
Estuart tauchte Mitte September 2014 an einer Tankstelle in Bailen auf. Der Besitzer informierte die Arconatura über den zutraulichen Rüden und der wuschelweiche Tramp durfte ins Tierheim einziehen.
Jetzt, nach einem Monat Wartezeit, in dem sich niemand nach Estuart erkundigt hat, wird es Zeit, eine andere Lösung für diesen Traumhund zu finden, denn für ein Leben hinter Gittern ist der lustige Rüde nicht gemacht. Estuart will eine richtige Familie, er will mit Kindern spielen, die Nachbarskatze ärgern, auf Spaziergängen neue Freunde kennenlernen, die langen Ohren im Wind flattern lassen und abends auf der Couch kuscheln.
Wie viele Bretonenblüter ist auch Estuart das, was die Fachleute als „weichen Hund“ bezeichnen, er braucht keine lauten und barschen Kommandos, kein Gezerre an der Leine, im Gegenteil, man erreicht bei diesen sensitiven und eigentlich leicht zu führenden Vierbeinern viel mehr mit ruhiger Anerkennung und der sanften Arbeit als und im Team. Bretonen sind im Gegensatz zu Cockerspanieln, denen sie ja doch sehr gleichen, keine Stöberhunde, sondern Vorsteher – und das zeigt sich auch in ihrem Charakter.
Estuart ist das aber alles vollkommen egal, er möchte einfach jemanden haben, der mit ihm Spaß haben möchte, der ihn liebhat, der ihm die Welt zeigt und ihm die samtweichen Ohren krault …