„Ichabod ist drei Monate alt und wurde allein neben einer Schnellstraße gefunden. Die Kombination Babyhund und Straße ist ebenso gefährlich wie sie klingt, und deswegen sind wir alle glücklich, dass der karamellfarbene Sonnenschein mit den wundervollen Söckchen und der niedlichen Maske eingesammelt werden konnte, bevor etwas passierte.“
Ja, Moment, da stimmt aber doch einiges nicht mehr… Unser kleiner Ichabod ist schon lange keine drei Monate mehr alt, sondern ist ein wundervoller, eineinhalb Jahre zählender junger Rüde, der schon vor einiger Zeit seine Heimstatt von Linares zu einer liebevollen Pflegefamilie in Deutschland verlegt hat. Selbst sein Name ist nicht mehr so richtig aktuell, denn der Zungenbrecher „Ichabod“ wurde in seinem jetzigen Zuhause zu einem viel leichter auszusprechenden „Sam“.
Sams Pflegeeltern haben uns jetzt betreffs des bildhübschen Knuddelbärs auf den neuesten Stand gebracht, und wir sind überzeugt, dass sich bald auch ein endgültiges Plätzchen für das liebe Kuschelmonster finden wird.
Sam ist inzwischen so gut wie ausgewachsen und hat letztendlich etwas mehr Größe als ein durchschnittlicher Schäferhund. Für einen Herdenschutzhund-Mischling ist er ziemlich elegant gebaut, und bewegt sich auch so, aber charakterlich kann er seine Herkunft zu großen Teilen nicht verbergen. Seine Pflegestelle schreibt: „Seine Lieblingsbeschäftigung ist schlafen.“ Außerdem ist Sam gemütlich und legt keinerlei Wert auf sportliche Betätigung wie Joggen oder Laufen am Fahrrad – nun, man könnte es geschickt zusammenfassen: Sam ist faul. Und Sam liebt es stundenlang gekrault zu werden, sich in voller Länge und Breite auf den Teppich zu schmeißen und sich den Bauch massieren zu lassen, und er liebt Kekse. Während die meisten Herdenschutzhunde aber durch ihr Selbstbewusstsein etwas schwierig zu führen sind, ist Sam ein eher schüchternes Modell, das sich bereitwillig unterwirft (auch anderen Hunden gegenüber) und jedem Stress aus dem Weg geht. Auch im Spiel mit Artgenossen zieht er sich zurück, wenn es zu wild (oder zu anstrengend) wird. Allerdings geht er gern in Gesellschaft spazieren und tobt auch gerne mal mit seinen Freunden – nun, außer es ist heiß, oder es gibt Kekse, oder der andere Hund ist zu schnell…
Unsere Schmusebacke hat in seinem vorübergehenden Zuhause schon ganz viel gelernt. Er beherrscht die Grundkommandos (auch wenn es bei dem Faulbärchen mal etwas länger dauern kann, bis er reagiert – er weiß, was verlangt ist), er läuft fantastisch an der Leine, kann auch schon etwas alleine bleiben (Sam wurde sogar an die Box gewöhnt) und kommt auch mit Kindern aus. Allerdings muss man wissen, dass das karamellfarbene Knuddelkissen etwas Zeit braucht, um Freundschaften zu schließen, und gerne das Tempo selbst bestimmt, in dem Kontakt aufgenommen wird. Wer Sam seine Anlaufzeit lässt, wird aber bald eine Kuschelattacke erleben, wie sie ihresgleichen sucht!
Anfänglich hatte unser andalusischer Wonneproppen erhebliche Probleme mit dem Autofahren, doch selbst das haben seine liebevollen und erfahrenen Pflegeeltern schon toll mit ihm trainiert. Auch wenn die Ausflüge auf vier Rädern nie Sams größtes Hobby werden, steigt er inzwischen angstfrei ein und gerät auch während der Fahrt nicht mehr in Panik – er hat aber noch ein kleines Sabberproblem, sobald der Motor läuft (aber nichts, was man nicht mit einem saugfähigen Lätzchen in den Griff bekommen könnte).
Sam hofft darauf, bald seine echte Familie kennenlernen zu dürfen, denn natürlich wächst er jeden Tag enger an seine jetzigen Halter und auch für unsere Pflegestellen ist es immer eine große Herausforderung, ihre Herzen nicht komplett an ihre Schützlinge zu verlieren, wo das Ziel doch ist, wieder Platz zu schaffen für neue Mündel, die noch etwas Starthilfe brauchen…
Sam ist inzwischen kein Welpe mehr, er hat schon massig Lernerfolge zu verbuchen und er ist charakterlich kein Überraschungs-Ei mehr. Jetzt sollte es doch ein Leichtes sein, die gemütlichen und verschmusten Zweibeiner zu finden, die sich unsere mittlerweile so elegante Knutschkugel immer schon wünscht!