Berta

Berta ist nach 77971 Kippenheim gezogen. Alles Gute, Berta. Herzlichen Dank, Familie H.
Rasse:
Mischling
Alter:
Januar 2008
Größe:
27 cm
Gewicht:
Befindet sich hier:
in einer Pflegestelle in Linares
Kontakt:
Corina Bassler, c.bassler@tierschutzverein-arca.de
Gechipt:
ja
Geimpft:
ja
Kastriert:
noch nicht
Verträglich mit Hunden?
ja
Verträglich mit Katzen?
ja
Für Kinder geeignet?
ja
Check auf Mittelmeer-Krankheiten:
noch kein Ergebnis

Bertas Geschichte ist eine so traurige, dass ich mich frage, welchen schlechten Scherz sich das Schicksal mit dieser kleinen Hundedame erlaubt hat. Berta lebte bei einer älteren Frau, die am Messie- Syndrom litt, einer schweren psychischen Erkrankung, bei der die Betroffenen sich nicht von Gegenständen trennen können und so selbst Müll und Abfall in der Wohnung bunkern. Die kleine Maus mit den schwarzen Kulleraugen lebte also inmitten von Dreck und Unrat und wurde öfter beobachtet, wie sie tagelang auf dem zugemüllten Dach des Hauses ausharrte, ohne Futter, Wasser und menschliche Ansprache. Eines Tages wurde es den Nachbarn zu viel und sie alarmierten den Sozialdienst, der sich angesichts der verheerenden Zustände dazu entschloss, die Frau in ein Pflegeheim zu überweisen. Natürlich folgte dann die Räumung und Entrümpelung des Hauses, in deren Verlauf auch die ganze Tragweite der Erkrankung deutlich wurde. Das ganze Haus war komplett vermüllt, in jedem Raum stapelte sich stinkender Unrat und an ein Durchkommen war kaum zu denken. Dutzende Katzen tummelten sich unter und auf den Bergen von Abfall und als die Mitarbeiter der Räumungsfirma weiter ins Innere des Hauses vorstießen, entdeckten sie unter dem Müll sogar einige tote Tiere… Weit hinten, in einem sicheren Versteck, wartete unsere kleine Berta darauf, endlich gefunden zu werden. Völlig verschüchtert und ängstlich versuchte die scheue Maus, in irgend einem Loch zu verschwinden und hoffte, dass sich der Boden vor ihr auftun würde. Doch nichts dergleichen geschah. Den geübten Helfern des örtlichen Tierheimes gelang es, mit viel Geduld und Leckerlis, die schüchterne Hündin aus ihrem Versteck zu locken. Was bis dahin keiner geahnt hatte: Berta war nicht alleine. In ihrer kleinen Höhle versteckte sich ein weiterer Hund, ein Rüde, der auf den Namen Blade getauft wurde. Schnell wurde klar, dass diese beiden Hunde sehr aneinander hingen und sich vermutlich in den vergangenen Jahren gegenseitig Freund, Halt und Stütze gewesen waren. Aus diesem Grund beschlossen unsere Freunde, die beiden nicht zu trennen sondern gemeinsam in einer Pflegefamilie unter zu bringen.Dort stellte sich schnell heraus, dass Berta und Blade einander so vertraut waren, wie ein altes Ehepaar. Anfangs noch sehr ängstlich, tauten die beiden zusehends auf und erkannten, dass das Leben in einer gemütlichen Umgebung mit liebevollen Menschen durchaus schön sein kann. Eine Geschichte wie aus dem Märchen- wo Blade schlief, schlief auch Berta, die beiden aßen nur zusammen, gingen nur gemeinsam in den Garten. Wenn die Geschichte hier nun enden würde, würden Sie neben Berta auch Blade in der langen Liste unserer zu vermittelnden Hunde entdecken. Doch leider musste unsere kleine Hundedame mit den Knopfaugen und den schönen hellbraunen Ohren einen weiteren Schicksalsschlag verkraften. Eines Morgens wunderte sich Bertas Pflegemama, warum sie nicht wie sonst von den beiden kleinen Hunden fröhlich begrüßt wurde. Als sie zum Schlafplatz des Hundepärchens ging, sah sie Berta, wie sie wieder und wieder ihren Blade anstupste und abschleckte. Blade musste in der Nacht einen Herzstillstand gehabt haben und Berta verlor so ihren einzigen, alten Freund. Die kleine Hündin war untröstlich. Sie lag tagelang nur in einer Ecke, fraß nicht, ging nicht hinaus, gab sich völlig auf. Um der kleinen Maus die Chance zu geben, alles Geschehene zu vergessen, beschloss ihre Pflegefamilie schweren Herzens, sie aus der Umgebung, in der ihr Blade gestorben war, heraus zu nehmen. Es klappte: Durch den erneuten Ortswechsel verband Berta wohl nicht mehr jedes Eck und jeden Stein mit ihrem geliebten Hundemann und lebt nun als zurückhaltende, aber aufgeschlossene Hundedame in ihrer neuen Pflegefamilie.

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