Im Vergleich zu einigen ihrer Leidensgenossen sieht man der kleinen Fly sehr deutlich an, dass sie auch schlechter Haltung stammt. Ihre Rippen stechen hervor, ihr Gesicht ist eingefallen und ihr Fell wirkt stumpf. Trotzdem begrüßte die rot-weiße Podenca ihre Retter ohne Misstrauen und mit einem strahlenden Lächeln – sie ist ein eben ein echter Sonnenschein. Auch Fly gehört zu der riesigen Gruppe Hunde, die von verschiedenen Tierschutz-Organisationen im Mai 2015 aus der Haltung eines Animal Hoarders befreit wurden.
Animal Hoarding ist eine Erkrankung, die eng verwandt ist mit dem Messie-Syndrom. Ohne Hilfe schaffen es die Betroffenen selten, sich aus ihrem Leiden zu befreien. Das Schrecklichste an dieser Form einer psychischen Störung ist, dass nicht nur der Mensch die furchtbaren Konsequenzen zu tragen hat, sondern eben auch (und vor allem) die betroffenen Tiere.
Alles begann, wie so oft, mit einem wirklich guten Gedanken. In Linares lebt ein Mann, der irgendwann anfing, misshandelte, verletzte und ausgesetzte Jagdhunde bei sich aufzunehmen. Seiner Familie, die wohl wenig Kontakt mit ihm hat, war anscheinend durchaus bewusst, dass sich mehr als ein Hund bei ihm aufhielt, was aber wirklich in der kleinen Wohnung geschah, wurde erst jetzt offenbar, als der Mann krank wurde und ins Hospital musste. Seine Brüder gingen in das Appartement, um die Hunde zu füttern und mit ihnen spazieren zu gehen, und waren geschockt über das, was sie vorfanden. 46 Vierbeiner warteten darauf, dass endlich die Wohnungstüre geöffnet wurde. Die Tiere lebten in ihren eigenen Fäkalien und einigen sah man deutlich an, dass sie schon länger bei den Kämpfen um das wenige Futter den Kürzeren gezogen hatten. Schnell wurden alle Tierschutzorganisationen von Linares und Umgebung informiert, und natürlich nahmen alle einige Fellnasen in ihre Obhut. Auch unsere Freunde der ArcoNatura haben sich mehrerer Schützlinge angenommen. Allerdings ist das Tierheim unserer Partner schon mehr als überbelegt, die Pflegefamilien komplett ausgebucht und keiner unserer Freiwilligen kommt nach Hause, ohne von einem ganzen Rudel begrüßt zu werden. Also gab es keine andere Möglichkeit, als die Neuzugänge in einer Tierpension unterzubringen. Dies kostet pro Tag und Nase 3€ – was erstmal wenig klingt, wächst sich innerhalb eines Monats bei acht zu versorgenden Hunden zur Unsumme von 720€ aus. Wir suchen also absolut dringend Paten und noch dringender liebevolle Zuhause für unsere gebeutelten Neu-Schützlinge.
Fly ist vier Jahre alt und hat sicher noch nicht viel Schönes gesehen. Es wird Zeit, dass sie geliebt und verwöhnt wird, kennenlernt, wie man auf einer Couch kuschelt, in einem Garten mit dem Nachwuchs der Zweibeiner spielt, spannende Autofahrten mit im Wind fliegenden Ohren erlebt, und vor allem gepäppelt und verwöhnt wird.
Bitte geben Sie unserer roten Prinzessin eine Chance, mit gesundem Futter und viel Liebe wird aus Fly sicher in kürzester Zeit ein echter Fotomodell – ein Herz aus Gold nennt sie jetzt schon ihr eigen, und das strahlt aus den grünen Augen wie ein leuchtender Stern am sonst so dunklen Nachthimmel…