Über Froid wissen wir nicht viel, aber das, was wir sicher wissen, ist, dass er die (überaus entzückende) Nase mehr als voll hatte vom Straßenleben, und dass er clever genug war, sich an der richtigen Adresse Hilfe zu suchen.
Froids Eintreffen vor den Toren der ArcoNatura wurde von den Schützlingen unserer Freunde in Linares lautstark verkündet, so laut, dass sofort jemand nach draußen stürmte, um zu sehen, wer oder was diesen Aufstand verursachte. Und da stand er, ganz Gentleman, unaufdringlich mit dem Schwanz wedelnd, parasitenübersät, unterernährt, dehydriert, aber mit den wärmsten Augen, die man sich nur vorstellen kann und einem Blick, der deutlich sagte: „Bitte, helft mir!“
Natürlich hätte da keiner ablehnen können, und so zog Froid ins Tierheim ein und jede Menge unerwünschte Mitbewohner aus seinem Fell aus. Wer den genialen Sechsjährigen heute in der Gruppe sieht, sein breites, kaum einmal verschwindendes Lächeln, seine ausgleichende Art im Rudel, seine liebevollen Umgangsformen mit Zweibeinern in jeder Größe, möchte gern mehr über seine Geschichte wissen, würde gerne erfahren, wo Froid gelernt, so zärtlich zu sein, so verständnisvoll, so aufmerksam – aber es wird wohl ein Geheimnis bleiben.
Dieser besondere Hund sucht nun ein Zuhause, und wir sind uns sicher, dass in Froids Fall das Alter keine Rolle spielt, denn schon allein fünf Minuten mit ihm sind ein Geschenk, und er hat sicher noch viele Jahre auf diesem Planeten, die er mit seinen eigenen Menschen teilen kann. Selbstverständlich muss auch unser Sanftmut auf vier Pfoten erst einmal in die Regeln des Lebens im Haus eingeführt werden, natürlich muss auch er noch lernen, was in Wohnung Spielzeug ist, und was ein klares NEIN bedeutet, aber was Froid nicht lernen muss, ist viel wichtiger – er weiß nämlich, wie man liebt, wie man Freude schenkt, wie man tröstet und wie man einfach der allerbeste Freund auf der Welt ist.