Wenn ich mit Menschen über die südeuropäischen Zwinger spreche, die kalten Betongänge, die panischen oder resignierten Hunde, dann merke ich immer wieder, wie viele Leute große, struppige Straßenhunde im Kopf haben, die nicht sozialisierbar sind, eine Gefahr für Leib und Leben und deswegen zurecht weggesperrt werden. Doch die Realität ist eine ganz andere. Zum einen sind Straßenhunde oft die liebevollsten und zärtlichsten Zeitgenossen, aber davon abgesehen treten sie in allen Formen, Farben und Größen auf. Im Gegenteil treffen die Tierschützer bei ihren Rettungsaktionen in der Perrera oft auf die allerkleinsten, allerschwächsten Exemplare, und wieso das so ist, liegt an zwei Dingen, die betroffen machen und viel über uns Menschen erzählen. Zum einen schaffen sich viele Leute unüberlegt einen Hund an, bevorzugt einen kleinen, denn der macht in der falschen Vorstellung oft weniger Arbeit und muss angeblich weniger erzogen werden. Wenn dann der Welpe dem „Oh-wie-isser-süß!“-Alter entwachsen ist, immer noch nicht selbsterziehend funktioniert und mit jedem Tag nerviger wird, oder der jahrelang treue Vierbeiner im Alter ein Zipperlein entwickelt, fliegt er eben auf die Straße. Dort warten schon die Hundefänger. Diese bekommen Prämien für jeden abgelieferten Vierbeiner, und – damit wären wir beim zweiten Grund – selbstverständlich ist es einfacher, einen verwirrten, hilfesuchenden Minihund zu fangen als einen welterfahrenen Mastino, der ein ganzes Rudel erfolgreich führt und ernährt. Welche Geschichte unser Inu mitbringt, wissen wir nicht – wie bei so vielen Hunden, die von unseren Partnern aus den dunklen Betonlöchern gerettet werden, bleibt die Vergangenheit immer ein Rätsel, die Gegenwart gibt Hoffnung und die Zukunft in einem schönen Zuhause ist alles, was wirklich zählt.
Inu ist ein lieber Yorkshireterrier, der kaum älter als ein Jahr ist (Stand 11/2018). Er zeigt sich im Tierheim als sozial mit anderen Hunden und sehr kontaktfreudig. Allerdings ist Inu auch noch ein bisschen schreckhaft und braucht Hilfe dabei, sich als kleiner Hund in einer großen Welt zurechtzufinden. Entsprechend würden wir uns für ihn eine Familie wünschen, die ihm Sicherheit und Halt gibt, Rückzugsmöglichkeiten und ihm einen Rahmen steckt, in dem er in seinem Tempo lernen kann. Kleine Kinder wären dabei möglicherweise eher zu hektisch und für Inu zu unberechenbar.
Inu ist kein komplizierter Hund, er ist nur einfach klein (und er weiß es! Viele Terrier leiden an einem gesunden Größenwahn, Inu gehört nicht zu dieser Sorte). Wenn Sie Inus bester Freund sein wollen, der ihm versichert, dass Größe keine Rolle spielt, weil Sie unverrückbar an seiner Seite stehen, wenn Sie gern auf der Couch kuscheln, wenn das freie Körbchen in Ihrem Haus eher nicht für einen Bernhardiner geeignet ist und Sie einen fröhlichen Partner für Spaziergänge brauchen – nun, dann ist Inu genau der richtige Begleiter für Sie. Melden Sie sich doch mal, wir verraten Ihnen, wie Sie Inu schon bald seinen ersten Schnee zeigen können!