Jeder, der sich auch nur ein bisschen im spanischen Tierschutz auskennt, weiß, dass im März, nach Ende der Jagdsaison alle Tierheime aus den Nähten platzen. Aber kaum jemandem ist bekannt, dass es andere Zeiten im Jahr gibt, die unsere Partner fürchten – nämlich die Ferien. Egal ob Sommer oder Weihnachten, die Zahl der Vierbeiner, die einfach auf der Straße landen, und nach dem Familienurlaub einfach durch neue, süßere Welpen ersetzt werden, ist erschreckend hoch. Und so wunderte sich auch niemand darüber, dass Kiko am 23.12. vor dem Haus einer Tierschützerin saß. Der erst ein Jahr alte (Stand 03/2018) wunderhübsche Rüde war mit einer Leine an die Straßenlaterne vor dem Haus der stadtbekannten Hunderetterin gebunden worden. Kiko war es gelungen, die Leine durchzubeißen, trotzdem verharrte er aber neben dem Pfosten und wartete geduldig, ob er wieder abgeholt würde. Unsere Partnerin lockte den freundlichen Junghund dann in ihr Haus – und nachdem wieder einmal sicher war, dass niemand den Neuzugang suchte und auch keine Kennzeichnung zu finden war, zog Kiko direkt dort in das Rudel der anderen Pflegehunde ein.Wie jemand freiwillig einen Goldknopf wie Kiko hergeben konnte, versteht niemand, der mit ihm zu tun hat. Schon äußerlich ist der kleine Charmeur ein echter Hingucker und sein weiches Fell nimmt es mit jedem Handschmeichler auf, aber Kiko ist vor allem ein echter Menschenfreund. Er liebt es, mit seinen neuen Freunden zu kuscheln und zu schmusen, verträgt sich mit seinen vierbeinigen Mitbewohnern, hat sich schnell die Bälle aus dem Spielzeugkorb gesichert, die am höchsten hüpfen, und spürt, wenn jemand Trost braucht.
Kiko wünscht sich, bald wieder eine richtige Familie bespaßen zu dürfen, auf einem Sofa zu kuscheln, jemandes bester Freund zu sein und vor allem, nie wieder fürchten zu müssen, entsorgt zu werden wie ein löchriger Socken. Wir wünschen ihm ein lustiges, liebevolles und aktives Zuhause, wo der witzige Jungspund viele Abenteuer mit seinen neuen Freunden erleben darf und nie wieder spüren muss, wie lieblos der Mensch sein kann.