Lùa entkam dem Tod nur knapp. Die öffentlichen Zwinger Sevillas führen in regelmäßigen Abständen sogenannte „Säuberungsaktionen“ in den einzelnen Stadtvierteln durch. Gruppen von Hundefängern durchstreifen dann die Gassen, stöbern die verängstigten Vierbeiner auch in den verstecktesten Winkeln auf und bringen sie, oft unter Anwendung unnötiger Gewalt, in die Tötungsstationen. In Lùas Viertel lebt eine ältere Dame, die von der geplanten Hetzjagd erfuhr und sich der freundlichen Hündin annahm. Noch bevor die Transporter eintrafen, nahm die warmherzige Frau Lùa mit sich nach Hause und gab ihr eine Zuflucht.Seither wohnt das dankbare schwarze Lockenköpfchen mit der wunderhübschen weißen Brust bei ihrer Freundin. Leider kann es sich die alte Dame nicht leisten, ihre vierbeinige Gefährtin für immer bei sich zu behalten und ein aufgewecktes, neugieriges und verspieltes Mädchen wie Lùa gehört eigentlich auch nicht in eine Stadtwohnung, sondern zu einer Familie in ein Haus mit Garten, wo das sympathische Energiebündel mit den Kindern toben, Ball spielen und Blumenbeete in Schlachtfelder verwandeln kann. Lùa hatte schon viel Glück, aber zur Erfüllung ihrer Träume fehlt ihr noch ein richtiges Zuhause, mit aktiven Zweibeinern darin, die Freude daran haben, der aufmerksamen, lernwilligen Mischlingshündin eine ihr noch fremde Welt zu zeigen – eine Welt, in der sie durch hohes Gras rennen, Schmetterlinge und Vögel jagen und mit Artgenossen spielen darf, um dann müde und zufrieden im Kreis ihrer Lieben eine Siesta zu halten, in dem Wissen, dass nichts und niemand sie je wieder von ihren Zweibeinern trennen wird und Dinge wie Hundefänger und Tötungsstationen in einer Vergangenheit liegen, die das fröhliche Wesen getrost vergessen darf.