So, hier kommt Lily. Und Lilly ist ein Unikum und die Erfüllung aller Träume für ganz bestimmte Leute – nämlich diejenigen, die sich immer schon dachten: „Oh ja, so ein Zwergpinscher wäre schon toll, aber schwarze Hunde sieht man so schlecht im Dunkeln.“ Nun, unsere kleine Praline ist weithin gut sichtbar mit ihrem herrlichen karamellfarbenen Fell, aber ansonsten steht sie den Pinschern in keiner Weise nach. (Hier sei angemerkt, dass unsere Blümchenfee natürlich nicht NUR für Menschen geeignet ist, die bislang aus Farbgründen auf die Anschaffung eines Pinschers verzichtet haben)
Lilly stammt, wie momentan relativ viele unsere Neuschützlinge, aus der Tötung, namentlich der Perrera Zoosanitario in Sevilla. Durch die engen, dunklen Gänge zu gehen, in die bedrückenden, unangenehm riechenden Betonverschläge zu schauen und entscheiden zu müssen, wer dieser Hölle entkommt und wen man zurücklassen muss, weil weder Finanzen noch Unterbringungsmöglichkeiten ausreichen, um alle Hunde zu retten, gehört zu den schwierigsten Aufgaben der Tierschützer in Spanien (und auch alle Jahre für die Mitglieder unseres Vereins, die sich vor Ort selbst ein Bild machen). Viele, sogar die meisten, der Zurückgelassenen erwartet der Tod, entweder durch Erreger, die in der Perrera im Hochsommer besonders gut gedeihen und in den nicht geimpften und entkräfteten Hunden immer einen Wirt finden, oder eben durch die Spritze, die auf die nicht vermittelbaren Vierbeiner wartet.
Lilly ist diesem Loch entkommen, und sie freut sich unbändig über die Wendung in ihrem Leben. Schon nach wenigen Wochen in der Obhut der Arca Sevilla ist nichts mehr von dem kleinen, traumatisierten Mädchen übrig, das man aus dem Verschlag getragen hat, in dem es auf seinen Tod wartete. Die lustige, erst 10 Monate alte (Stand 07/2015), Mischlingsdame ist inzwischen ein überaus verschmustes und anhängliches Wesen, das mit großem Enthusiasmus spielt und tobt. Doch immer noch fehlt zum großen Glück ein richtiges Zuhause, ein Heim, in dem sie abends nicht wieder erlebt, wie sich Gitter hinter ihr schließen und sie Angst haben muss, dass sich diese morgens nicht wieder öffnen. Wir wünschen uns für das niedliche Karamellbonbon eine fröhliche Familie, die sie bald alle schrecklichen Erinnerungen vergessen lässt – Alpträume überschrieben von Geborgenheit und Liebe, wie wir es schon so oft voller Dankbarkeit erleben durften!