Loki ist dankbar und das zeigt er auf jede nur erdenkliche Weise. Der wunderhübsche Podenco-Mischling mit der ungewöhnlichen Farbe und der herrlichen Gesichtsmaske ist ein eleganter, sportlicher und äußerst gelehriger Hund, der dafür geschaffen wurde, mit einem ihn liebenden Menschen über Felder und Wiesen zu rennen, im Garten zu spielen, lange Spaziergänge zu machen und Schmetterlinge zu jagen, doch sein Leben begann so ganz anders… Loki kam im Alter von nur zwei Monaten zu einer Familie, die den Welpen an einen Baum band – das war es auch schon. Der damalige Babyhund war alleine, erfuhr keinerlei Zuwendung, hatte kaum Bewegungsfreiheit und oft genug vergaß man, ihn zu füttern oder frisches Wasser in den Garten zu stellen. Ein Tierliebhaber und freiwilliger Helfer der Arconatura erfuhr von der schrecklichen Situation, aber aufgrund des überaus laschen Tierschutzgesetzes in Spanien hatte er keine Möglichkeit, Loki seinen Besitzern zu entziehen. So besuchte er den Vierbeiner jeden Tag, gönnte ihm ein wenig Zeit ohne das schwere Seil um seinen Hals, sorgte für anständiges Futter und frisches Wasser. Doch irgendwann wurde unser spanischer Freund von Loki nicht schon schwanzwedelnd und in fröhlicher Erwartung der kleinen Atempause in seinem Alptraumdasein begrüßt – der Hund lag zitternd vor Fieber und Schüttelfrost auf dem nassen Boden und rang um sein Leben. Sofort wurde Loki in die Tierklinik gebracht, und es war auch klar, dass er nie wieder in sein „Zuhause“ zurückkehren sollte, der Schrecken musste ein Ende finden. Nach seiner Genesung lebt Loki nun im Tierheim in Linares und ist dort einfach nur ein Schatz. Er liebt alles und jeden: Katzen, Kinder, Besucher, Artgenossen, Regen, dem er aus seinem trockenen Schlafplatz zuschauen darf, Sonne, in der er dösen kann, bis es ihm zu warm wird und er einfach aufstehen kann, um sich einen Schattenplatz zu suchen, wildes Toben und sanftes Kuscheln – jeder Atemzug ist für Loki ein Geschenk und er weiß, wem er es zu verdanken hat. Der anhängliche Rüde ist glücklich, aber wir wünschen uns für ihn, dass er nun auch noch lernen darf, dass es sogar noch besser geht. Eine Familie, die Loki liebt, ihn in ihre Mitte nimmt, ihm mal zeigt, wie es sich anfühlt, auf der Couch liegen zu dürfen, stolz an einer Leine die Stadt zu erkunden und bewundernde Blicke auf sich zu ziehen, im Auto zu sitzen und die Nase aus dem Fenster in den Wind zu halten und so vieles mehr… Wer lässt sich von Loki ein Lächeln auf die Lippen zaubern und gibt unserer vierbeinigen Lektion in Sachen Vergebung und Dankbarkeit das Leben und die Freundschaft, von dem unser Traumprinz bisher nicht einmal etwas ahnen kann?