Nicht nur in Linares sammeln unsere spanischen Freunde jedes Jahr unzählige herrenlose Vierbeiner an der Straße auf, auch in Sevilla nimmt das Leid der Streuner kein Ende. Da diese meist harmlosen Vagabunden nicht “ins Stadtbild passen” und den Behörden ein Dorn im Auge sind, werden sie von staatlichen Hundefängern früher oder später in so genannte Perreras gebracht. In diesen Tötungsstationen droht sämtlichen Tieren der Tod, falls diese nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen von ihren Besitzern abgeholt oder durch Tierschutzorganisationen freigekauft werden- ein Fass ohne Boden, so lange es keine flächendeckenden Kastrationsprogramme in Spanien gibt.Auch unserem Neuzugang Lola hätte vermutlich dieses Schicksal geblüht, wäre sie nicht von einer Mitarbeiterin der ARCA entdeckt worden. Völlig verdreckt, verfilzt und voller Parasiten irrte die kleine Hündin an einer Hauptstraße entlang, ständig gefährlich nahe an den vorbeibrausenden Autos. Einzig dem beherzten Eingreifen unserer spanischen Freunde ist es zu verdanken, dass Lola noch lebt- und das eben gleich in doppelter Hinsicht. Glücklicherweise war in Sevilla gerade eine Pflegestelle frei geworden, so dass unsere kleine Wuschelmaus nicht im Tierheim wohnt, sondern eine liebevolle Rundum- Betreuung genießen darf. Nach einem ausgiebigen Bad wurde auch das verfilzte Fell entfernt, weshalb die kleine Prinzessin momentan etwas zerrupft aussieht- die Haare wachsen jedoch nach, manchmal schneller, als uns lieb ist. Lola wusste zunächst so gar nicht recht, wie ihr geschieht. Wir können nicht sagen, ob sie schon lange auf der Straße lebte, ihr damaliger Zustand lässt jedoch vermuten, dass sie entweder in ihrem Zuhause stark vernachlässigt wurde oder sich bereits einige Wochen als Streunerin durchschlagen musste. Für einen so kleinen Hund ist der Kampf um Futter und trockene Schlafplätze natürlich nicht zu gewinnen, es war vermutlich allerhöchste Eisenbahn, Lola von der Straße zu holen. Hier in ihrer “Familie auf Zeit” zeigt die ca. 3 Jahre alte (Stand 06/ 2017) Hündin jeden Tag, wie dankbar sie ist, ein weiches Plätzchen, regelmäßige Mahlzeiten und viele, viele Streicheleinheiten genießen zu dürfen. Lola ist eine sehr anhängliche Maus, die momentan damit zufrieden ist, sich nicht mehr fürchten zu müssen und endlich einmal in Ruhe schlafen zu dürfen. Lola hat noch keinen blassen Schimmer, dass ein Hundeleben so viel mehr bereit halten kann. Sie weiß nicht, wie es ist, nach einem langen, aber schönen Spaziergang erschöpft auf die Couch zu sinken und im Arm ihrer Menschen den Tatort zu schauen, sie möchte viele Freunde finden und ist auch gerne bereit, einmal Tränen zu trocknen, wenn es ihrem neuen Herrchen oder Frauchen nicht so gut geht. Also, falls Sie sich Hals über Kopf in unsere hübsche Zuckerschnute verliebt haben, nehmen sie am besten direkt Kontakt mit Lolas zuständiger Vermittlerin auf!