Wenn Tierliebe zur Besessenheit wird und man nicht mehr sehen kann, wie viel man selbst leisten kann, endet die Geschichte oft im Animal Hoarding. Diese psychische Erkrankung ist eng verwandt mit dem Messie-Syndrom und ohne Hilfe schaffen es die Betroffenen selten, sich aus ihrem Leiden zu befreien. Beim Animal Hoarding ist es nicht nur der Mensch, der die furchtbaren Konsequenzen zu tragen hat, sondern eben auch (und vor allem) die betroffenen Tiere.
Alles beginnt, wie so oft, mit einem wirklich guten Gedanken.
In Linares lebt ein Mann, der irgendwann anfing, misshandelte, verletzte und ausgesetzte Jagdhunde bei sich aufzunehmen. Seiner Familie, die wohl wenig Kontakt mit ihm hat, war anscheinend durchaus bewusst, dass sich mehr als ein Hund bei ihm aufhielt, was aber wirklich in der kleinen Wohnung geschah, wurde erst offenbar, als der Mann krank wurde und ins Hospital musste. Seine Brüder gingen in das Appartement, um die Hunde zu füttern und mit ihnen spazieren zu gehen, und waren geschockt über das, was sie vorfanden. 46 Vierbeiner warteten darauf, dass endlich die Wohnungstüre geöffnet wurde. Die Tiere lebten in ihren eigenen Fäkalien und einigen sah man deutlich an, dass sie schon länger bei den Kämpfen um das wenige Futter den Kürzeren gezogen hatten. Schnell wurden alle Tierschutzorganisationen von Linares und Umgebung informiert, und natürlich nahmen alle einige Fellnasen in ihre Obhut. Während in Deutschland Vierbeiner aus der ArcoNatura Linares und der Arca Sevilla in ihre neuen Familien zogen, übernahmen natürlich auch unsere andalusischen Partner ihren Teil der Verantwortung.
Es dauerte einige Tage, bis alle Hunde verteilt waren, und einige der weniger traumatisierten und gesündesten Vierbeiner mussten noch wenige Tage in der Wohnung bleiben, bis man auch sie unterbringen konnte (natürlich schon versorgt von den ansässigen Tierschützern). Mon war die Letzte, die befreit wurde, weil sie eben auch ein sehr entspannter Hund ist, der alles ruhig beobachtete und zu keiner Zeit in Panik geriet, als ihre Mitbewohner nach und nach verschwanden.
Auch jetzt, in der ArcoNatura, ist Mon eine sehr ausgeglichene und zärtliche Bewohnerin. Dankbar und geduldig wartet sie darauf, dass jemand ihre Qualitäten erkennt, und davon hat die sechs Jahre alte Schmusebacke wirklich mehr als genug. Kaum ein anderer Hund ist so anhänglich und verschmust wie die hübsche Hundedame mit der Geisha-Maske. Wir wünschen uns für Mon eine Familie mit viel Zeit, die dem freundlichen Mädchen zeigen kann, wie schön das Leben ist, wenn man nicht immer hintenan anstehen muss, wenn man auch mal im Mittelpunkt sein darf, wenn man geborgen ist, wenn man endlich daheim angekommen ist…