Das war mal eine wuschelige Überraschung, die Anfang September auf die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Arconatura wartete. Musus, ein Herr besten Alters mit einer gewagten Punkfrisur und einem ungebrochen fröhlichen Lächeln, war in einer Nacht- und Nebelaktion einfach vor dem Tierheim angebunden worden. Keine Nachricht, kein Hinweis darauf, warum man sich des freundlichen und überaus lustigen Rüdens auf diese gemeine Art entledigen wollte. Der erfahrene Tierschützer weiß, es gibt Gründe, die es wirklich unumgänglich machen können, einen geliebten Vierbeiner abgeben zu müssen, aber es gibt nicht einen, dies heimlich zu tun und den langjährigen besten Freund stundenlang in Angst und Trauer an einen Zaun gebunden warten zu lassen, bis vielleicht irgendwann jemand kommt und ihn aus seiner schrecklichen Lage befreien kann.
Zum Glück ist der etwa siebenjährige Fellknubbel kein Sensibelchen und hat sich sehr schnell erholt und auch mit seiner neuen Lebensumgebung abgefunden (man weiß ja auch nicht, wie er bisher seine Tage zubrachte). Dem niedlichen Ofenrohrputzer gelingt es, binnen kürzester Zeit Freunde zu finden, seien es zwei- oder vierbeinige. Tiefenentspannt und mit ansteckender Spielfreude geht er auf alles und jeden zu und versteht aber auch, wenn ein Mitbewohner gerade keine Lust hat, mit ihm zu toben. Seine große Lebenserfahrung und die soziale Art, mit der Musus in Kontakt mit seiner Umwelt tritt, machen ihn zu einem wirklich guten Anfängerhund, womit wir auch schon beim Thema wären – denn Musus braucht dringend eine neue Familie.
Der liebenswerte Wischmopp-Mix überzeugt durch eine mit bestechender Lebensfreude gepaarte Gelassenheit. Er ist ein echter Kumpeltyp und sicherlich eine Bereicherung für jeden Haushalt. Auch rüstige Senioren werden an dem handlichen und unkomplizierten Gentleman noch ihre Freude haben. Natürlich, Musus braucht noch eine Einweisung in das Leben im Haus und er könnte durchaus auch mal ein Bad, eine Bürste und eine Maniküre vertragen… aber all das kann sein Herz aus Gold weder verstecken noch aufwiegen.
Wo darf Musus künftig seinen Charme versprühen und in echter Linares-Wuschel-Manier ein Lächeln auf die Gesichter aller Zweibeiner zaubern?