Klein, kleiner, Naomi.
Einem Kind einen Hund zu schenken, bedarf vieler Überlegungen, immerhin ist dies eine Entscheidung für die nächsten 12 bis 15 Jahre, bei kleinen Hunden manchmal noch länger. Ein Hund ist eine Verantwortung, die jeden Tag da sein wird, die man niemals beiseiteschieben kann, die hin und wieder auch mit traurigen Tagen und schweren Entscheidungen verbunden ist. Kein Kind ist dem allein gewachsen, es braucht die Unterstützung seiner Eltern. Ganz schlimm wird es, wenn Außenstehende dem Nachwuchs einen Vierbeiner schenken, ohne sich vorher mit den erwachsenen Mitgliedern der Familie abzusprechen, und genau das passierte in Naomis Fall. Irgendjemand drückte die Minihundedame mit ihren gerade mal acht Wochen einem Kind in die Hand. Natürlich war die Begeisterung groß – nur nicht mehr, als der Familienzuwachs der Mutter gebeichtet werden musste. Diese zeigte sich nicht angetan und lehnte es auch ab, den Hund im Haus zu behalten. Naomi und ihr verzweifelter kleiner Besitzer flüchteten vor die Tür eines Wohnhauses. Der Eigentümer der Immobilie fand die beiden und da er wusste, dass in einem der Appartements eine Freiwillige der Arconatura lebte, stellte er Kontakt her und sorgte so dafür, dass alle Beteiligten doch zumindest gut versorgt aus der Geschichte herauskamen.
Jetzt wohnt Naomi bei einer Pflegefamilie und der schwarze Minifeger mit dem weißen Kinn und einer einzigen weißen Zehe sorgt immer wieder für Lachen und Begeisterung.
Naomi ist extrem verspielt und anhänglich, sie hoppelt mit einer Lebensfreude durch die Welt, die ansteckend wirkt und verhält sich wie jeder andere junge neugierige Welpe, ist aber durch ihre absolut faszinierende Größe (jetzt hat sie gerade mal 13cm Schulterhöhe) immer ein Hingucker. Auch ausgewachsen wird Naomi sicher nur eine Handvoll Hund sein, doch sie beweist heute schon, dass sie zwar klein, aber mehr als OHO ist. Spielen, Kauen, Toben, Rennen, Naomi ist immer in Bewegung, am liebsten direkt am Fuß ihrer Pflegemama. Zum Glück kann man sich leicht hochheben und einfach mal auf die Seite setzen, denn „Im-Weg-Rumstehen“ ist Naomis Paradedisziplin.
Wenn Naomi vier Monate alt ist, darf sie Spanien verlassen, das heißt, wir suchen für den kleinen Ofenrohrputzer ein Zuhause ab Ende September. Naomis neues Heim sollte so aktiv sein wie unsere kleine Lady und auch verstehen, dass selbst der kleinste Hund ein Hund ist, der Erziehung und Führung braucht (natürlich neben einer riesigen Portion Humor und Geduld und endlos viel Liebe). Naomi ist so klein, dass sie nicht unbedingt für Kleinkinder als Spielkameradin geeignet ist, zu schnell schießen die Händchen eines Zwei- oder Dreijährigen mal über das Ziel hinaus und wissen nicht, wie sehr sie dem kleinen Vierbeiner wehtun. Und wehrt sicher dieser dann, muss oft der Hund weichen. Ein gewisses Verständnis für die Zartheit von Naomi sollte also beim Nachwuchs schon vorhandenen sein, dann wird die kleine Lady sicher bald die beste Freundin aller Kinder.
Naomi nimmt kaum Platz weg, sie passt in jedes Auto und ist eine fantastische Alleinunterhalterin – es kann doch nicht so schwierig sein, ein schönes freies Kuschelkörbchen für sie zu finden?Ausreise ab Mitte September möglich.