Nicky ist die Nummer drei der Glückspilze, die im Juni mit Mitgliedern unseres Vorstand das „SportDog Centro“ in Sevilla verlassen durften – oder man sagt wohl besser, dass das Trio dieser Hölle entkommen ist…Klingt doch eigentlich gar nicht so verkehrt, „SportDog Centro“, und auch bei oberflächlicher Betrachtungsweise ist die Einrichtung erst einmal gekennzeichnet durch helle, große Häuser, auch geräumige Zwinger, weitläufige Wiesen, sogar eine Praxis für Physiotherapie und eine Hundeschule… doch das ist nur für die zahlenden Kunden. Die Teile des Tierheims, die man der Öffentlichkeit weniger gern zeigt, beherbergen Straßenhunde, arme Kreaturen, die oft nicht mal minimal medizinisch versorgt werden, egal wie krank, jung oder verletzt sie sind. Wozu auch? Die weniger hübschen oder kranken Tiere müssen nur 48Stunden in Obhut bleiben, bevor sie eingeschläfert werden dürfen. Die meisten Mitarbeiter stört das nicht, denn letztlich ist einzig die Fangprämie für Streuner entscheidend, und die bekommt man, ob das Tier tot oder lebendig ist. Nicky, der kleine und so fröhliche Mischling, saß genau dort fest – Betonwände, Betonböden, der Geruch des Todes und keine Möglichkeit, sich auch nur kurzfristig von dem Schicksal abzulenken, das auf ihn wartete. Doch gegen alle Erwartung verließ der zweijährige Alleinunterhalter das Tierheim nicht in einem Müllbeutel, sondern an einer Leine, und schon die ersten Bilder, die direkt nach dem Durchqueren des Tores entstanden, zeigen einen vor Freude strahlenden Bub, der die ersten Schritte in ein neues Leben macht. Jetzt wohnt Nicky in der Arca und vieles hat sich für ihn schon zum Besseren gewendet. Er wird gut versorgt, er bekommt anständiges Futter, er wird liebevoll behandelt – und doch, da fehlt noch etwas, um Nickys Glück vollkommen zu machen. Der sommersprossige Rüde ist ein aktiver, verspielter Geselle, dessen größte Erfüllung es ist, wenn Mitarbeiter oder Besucher Zeit haben, mit ihm zu toben oder zu kuscheln. Nicky wünscht sich eine Familie, die nur für ihn da ist, die ihn nicht nach drei Minuten des Glücks wieder in den Zwinger stecken muss, weil andere Dinge erledigt werden müssen, er träumt von Zweibeinern, denen er mit seinem unwiderstehlichen Lächeln folgen darf und alles beobachten kann, was diese so anstellen. Und wenn er doch mal allein bleiben muss, dann möchte Nicky gern in einem bequemen Körbchen davon träumen, dass Herrchen oder Frauchen bald wiederkommen und nicht durch Gitterstäbe schauen und hoffen, dass irgendwann irgendwer einige Minuten Zeit für ihn hat.Nickys Wünsche sind bescheiden und wer sie ihm erfüllt, bekommt im Gegenzug einen jungen, intelligenten, aktiven Traumhund, dem es nicht schwerfällt, alle Herzen im Sturm zu erobern… Wird Nicky wohl bald erfahren dürfen, was es heißt, ein echter Familienhund zu sein?